Jetzt, wo ich weiss, dass ich zu 95 % nach Japan darf habe ich mir überlegt dass ich eine Zusatzseite über Japan mache :D
Hier ist sie !!!

Flagge

 Japan auf er Landkarte



Fakten, Fakten, Fakten...
  •  jap. = Nihon / Nippon
  • Sprache: japanisch
  • Hauptstadt: Tokyo
  • Staatsform: parlamentarische Monarchie
  • Fläche: 377.835 km²
  • Einwohner: 127.417.244
  • Währung: Yen [¥]
  • Japan ist der viertgrößte Inselstaat der Welt

 

Wissenswertes

Götter, Buddha, Christus

Für Japaner ist Religionszugehörigkeit keine Frage des Emtweder-Oder, sondern des Sowohl-als-auch. Die Mehrzahl gehört nicht einer, sondern beiden Hauptreligionen, d.h. Buddhismus und Shintôismus, an.
Auch das Christentum besteht in Japan, allerdings zählt es kaum ein Prozent der Bevölkerung. Trotzdem ist der Einfluß auf das moderne geistige Leben beträchtlich. Das Christentum verbesserte das soziale Miteinander der Japaner indem Mädchenschulen als auch Kindergärten, Krankenhäuser, Kinder- und Altersheime gegründet wurden. Einen wertvollen Beitrag leisteten die Christen auf dem Gebiet der in Japan stark vernachlässigten Behindertenbetreuung.

Wesenzüge des japanischen Verhaltens

Kimochi bedeutet wörtlich "Geist-tragen", etwas freier übersetzt "wie man seinen Geist trägt", und umfaßt die Bandbreite der Begriffe Gefühl, Empfindung, Stimmung, Befinden. Japaner streben immer nach einem guten kimochi. Dieses Streben nach Wohlbefinden spielt nicht nur in der Freizeit eine Rolle. Auch im Geschäftsleben trachtet man nach einem "guten kimochi". Ungeduld ist in Japan keine Tugend. Wem es nicht gelingt sie zu zügeln oder zumindest geschickt zu vertuschen, kreiert unweigerlich eine unbehagliche Atmosphäre. Die dann wiederum jede Aussicht auf ein "gutes kimochi" und lukratives Geschäft im Keim tötet.

Streben nach Harmonie

In dieser fröhlichen, von den Zwängen der Selbstkontrolle befreiten Leichtigkeit liegt Lachen in der Luft. Da genügt der geringste Anstoß, um anhaltende Heiterkeit auszulösen. Bevor man die Japaner als humorlos brandmarkt, sollte man sich bewußt machen, daß man gewöhnlich nur ihr "öffentliches Selbst" erfährt, das vom Lächeln, also von der Fassade, und nicht vom Lachen, der "Innenarchitektur", bestimmt wird. Das Kichern der jungen Japanerinnen, das ausländischen Besuchern oft albern, gelegentlich aber auch reizend erscheint, hat weder mit herzlichem Lächeln noch herzhaftem Lachen zu tun. Das Kichern ist lediglich Ausdruck von Unsicherheit. Vieles in Japan, was peinlich wirkt oder persönlich berührt, wird mit einem Kichern oder verlegenen Lachen entschärft. Daß das persönliche, herzhafte Lachen in der Öffentlichkeit ungehörig ist, erkennt man am Benehmen älterer Frauen, sie halten sich dabei die Hand vor den Mund. Es ziemt sich nicht, beim Lachen den offenen Mund sehen zu lassen und so "Einblick in das Innere" zu gewähren.

Die Kunst des Ignorierens

Das disziplinierte Betragen japanischer Kinder in der Öffentlichkeit ist bemerkenswert. Selbstverständlich ist es den Kindern nicht in die Wiege gelegt, sondern Ergebnis der Erziehung. Diese beruht - bis auf seltene Ausnahmen - nicht auf Schelte oder Schläge, sondern vielmehr auf dem strategisch eingesetzten Prinzip des Ignorierens. Benimmt sich ein japanisches Kind ungehörig, tun die Eltern so, als hätten sie es nicht bemerkt. Sie reagieren auch dann nicht, wenn das Kind ihnen erneut den Fehdehandschuh zuwirft. Sie ignorieren beharrlich "Täter" und "Delikt". Will der Quälgeist die Aufmerksamkeit seiner Eltern wieder auf sich ziehen, hilft ihm weiteres "Nerven" gar nichts. Irgendwann begreift er, daß er sich "artig" benehmen muß, damit die Eltern ihn wieder wahr- und annehmen. Die Kunst des Ignorierens ist sozial lebensnotwendig in Japan, diesem Land, in dem viele Menschen auf engstem Raum leben. Da früher die traditionellen Holzhäuser so dicht beieinander standen und die modernen Wohnsilos so hellhörig sind, nimmt man früher wie auch heute ungewollt am Leben der Nachbarn teil. Will man friedlich zusammenleben, muß man nach Kräften ignorieren, was nicht für die eigenen Ohren bestimmt ist. Die Kunst des Ignorierens hat ihre Kehrseite: Während unsere Gesellschaft vom einzelnen ein hohes Maß an Gemeinsinn erwartet, herrscht in Japan der Konsens vor, daß jeder für sich selbst verantwortlich zu sein und sich nicht in das Leben des anderen einzumischen hat. Und damit macht Reinlichkeitsbewußtsein an der eigenen Wohnungs- oder Haustür, im Zug an der Grenze zum Sitznachbarn halt.

Ja und nein

Zustimmung und Ablehnung sind in fast der die unterschiedlichsten Gemütsregungen verhüllt. Kein Wunder, daß das Lächeln der Japaner Ausländern unergründlich und rätselhaft erscheint. Während das "offizielle" Mienenspiel der Japaner so wenige Variationen gestattet, daß wir es zuweilen als maskenhaft empfinden, ist das Repertoire der "typisch japanischen" Körpersprache breiter. Zu den wichtigsten kommunikativen Handlungen der Japaner zählt das Verbeugen. Japaner verneigen sich an so vielen Orten und Gelegenheiten, daß es unmöglich ist, diese alle aufzuzählen. Andere japanischen Gesten wirken auf uns mitunter komisch. Um ein "Nein" auszudrücken, das weniger schroff als das verbale Nein ist und durchaus als höflich angesehen wird, wedeln Japaner mit der rechten Hand vor dem Gesicht. Und weil Japaner Ablehnung nur in höchster Not mit Worten ausdrücken, wedeln sie um so häufiger mit der Hand. Oft belächelt wird auch die Geste, mit der Japaner im Gespräch unterstreichen, daß sie die eigene Person meinen: Während wir mit dem Finger auf unsere Brust deuten, zeigen Japaner auf ihre Nase. Wenn wir jemanden heranwinken, so halten wir die Handfläche nach oben, als wollten wir den anderen herbei schaufeln. Japaner winken mit der Handfläche nach unten, als wollten sie den anderen über den Boden zu sich schieben. Ganz besonders ungewohnt wirkt auf uns die Geste, für die unsere Körpersprache kein Pendant kennt: Will man zwischen zwei einander zugekehrten Menschen hindurchgehen, so zieht man die ausgestreckte Hand senkrecht von oben nach unten, als wollte man sich zwischen den beiden einen Weg schneiden. Diese Geste warnt vor der Störung und ist sehr höflich.

Das Selbstverständnis der Japaner

Das Verhalten von Japanern erscheint uns oft rätselhaft. Dieser Schleier lüftet sich, wenn man sich mit Toyota oder Honda, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Familiennamen. Gleiches gilt auch für die Endungen -moto, -yama, -no oder -bayashi: Miyamoto, Sayama, Hino, Kabayashi all dies sind Familiennamen. Vornamen dagegen sind schwer zu indentifizieren. Früher waren weibliche Vornamen verhältnismäßig leicht erkennbar, sie endeten meist auf -ko z.B. Keiko, Yoshiko und Masako. Inzwischen bürgert es sich ein, die Silbe -ko wegzulassen. Viele Japanerinnen tragen Namen wie Mayumi, Aya oder Kaori, die für uns nicht mehr als weiblich zu erkennen sind. Wenn man in Japan jemanden ansprechen möchte, muss man an den Familiennamen das Wort -san anhängen, dies gilt bei Männern und Frauen. "Kobayashi-san" bedeutet demnach ebenso "Herr Kobayashi" wie "Frau Kobayashi". Das Anhängsel -san benutzt man nicht nur bei der direkten Anrede, sondern auch wenn man von Herrn oder Frau Kimura in deren Abwesenheit spricht. Für uns schwer zu verstehen ist, dass Japaner einander so gut wie nie mit dem Vornamen ansprechen, selbst wenn sie schon Jahre gut befreundet sind. Bei der Anrede von Kindern unterscheidet man zwischen Mädchen und Jungen. Bei Mädchen hängt man an den Vornamen -chan an. "Yukiko-chan" z.B. ist die gängige Form, in der auch Eltern ihr Töchterchen Yukiko anreden. Das Anhängsel -chan, wird auch meist unter jugendlichen Mädchen als Verniedlichung des Namens benutzt! Bei Jungen dagegen sagt man -kun, also "Masao-kun" oder "Kojiro-kun". Die meisten japanischen Vor- und Nachnamen haben eine Bedeutung. So heißen die Familiennamen Yamamoto "Fuß des Berges", Kobayashi "Wäldchen" und Harada "Feld auf der Ebene". Diese Tradition ist uns nicht fremd, wie Siegfried oder Heidelinde und aus Berufsbezeichnungen entstandene Nachnamen wie Müller, Becker oder Wagner beweisen.

Ortsnamen und Adressen

Auch Städtenamen haben in Japan stets eine Bedeutung. Ôsaka ist der "große Abhang", Hiroshima die "weite Insel", Kyoto der "Hauptstadtbezirk". Die heutige Hauptstadt, das frühere Edo, heißt erst seit 120 Jahren Tokyo, "östliche Hauptstadt"; diese Namenswahl erfolgte nach dem chinesischen Vorbild, Hauptstädte nach Himmelsrichtungen zu benennen.
Gesprächspartner dem Redner über- oder untergeordnet ist. Dieses Verhältnis fällt ungleich stärker ins Gewicht als Vertrautheit. Ein vierzigjähriger Grundschullehrer z.B. bezeichnet seine Person auf mindestens sieben verschiedene Arten. Gegenüber seinem Kind nennt er sich ôtosan ("Vater", gegenüber dem jüngeren Bruder nîsan ("älterer Bruder", im Gespräch mit seiner Frau nennt er sich ore (familiäre, ausschließlich männliche Bezeichnung für "ich" nur gegenüber Gleich- oder Niedriggestellten verwendbar). Zum Nachbarskind spricht er von sich als ojisan ("Onkel", gegenüber seinen Schülern in der Schule nennt er sich sensei ("Lehrer", gegenüber Kollegen boku und gegenüber dem Schuldirektor watashi. In den europäischen Sprachen ist die Perspektive, aus welcher der Sprecher sich sprachlich selbst bezeichnet, unveränderlich festgelegt; er verwendet dafür ausschließlich das Personalpronomen der ersten Person. Der Autor Takao Suzuki bezeichnet diese Form als "absolute Selbstdefinition" im Gegensatz zur japanischen, die er als "relative Selbstdefinition" bezeichnet.

Höflichkeit

In Japan besteht die Höflichkeit aus einer Vielzahl von Verhaltensempfehlungen und -normen, die das Zusammenleben einer Gesellschaft geschmeidiger machen, Konflikten vorbeugen und damit harmonischer gestalten. Für die Einsatzbereiche der Höflichkeit (Begrüßung, Verabschiedung, Wunsch, Bitte, Dank, Entschuldigung, Anteilnahme etc.) bestehen fast rituelle Verhaltensregeln und Sprachwendungen. Höfliche Redewendungen sind im Japanischen so vielfältig wie in kaum einer anderen Sprache. Grundsätzlich gilt: je höflicher die Redeweise, um so länger die Wortwendungen, Sprechblumen und Sätze. Kurze, abgehackte Sätze dienen lediglich der Information und Kommunikation, aber nicht der Höflichkeit. Auch die Verbeugung ist in Japan eine wichtige Form von Höflichkeit. Dabei spielt auch wieder der Rang der beiden Personen eine Rolle, die Per-son von niedrigerem Rang muß die Verbeugung tiefer und länger machen als die Person, die im Rang höher steht. Auch bei der Entgegennahme von Geschenke gelten Höfklichkeitsregeln, es ist überaus unhöflich das Geschenk vor den Augen des Gebers auszupacken, da dies als Ausdruck von Gier gewertet würde. Eine weitere Besonderheit der japanischen Höflichkeitsregeln ist, daß von Frauen erwartet wird, daß sie sich noch formeller und höflicher verhalten als Männer. Da außerdem viele Ausdrucksweisen als unschicklich für Frauen gelten, hat sich eine teils stark voneinander abweichende Männer- und Frauensprache heraus gebildet.

Mann und Frau

In Japan werden die Geschlechterrollen stark betont. Frauen scheinen uns schwach, fügsam, unterdrückt. Die Männer dagegen geben sich tatkräftig, oft auch roh oder gar grausam. Aus japanischem Blickwinkel stellt sich das Bild differenzierter dar. Gewiß kehren die Japaner ihre Männlichkeit hervor, während die Japanerinnen sich bewußt weiblich geben. Aber dies betrifft ihr öffentliches Selbst, die Fassade, dahinter sieht es manchmal ganz anders aus.
Im Alltagsleben prägt sich deutlich ein Unterschied zwischen der Männer- und Frauenwelt aus. Die Welt der Männer deckt sich mit der Arbeitswelt, in der Frauen keine Hauptolle spielen, sondern nur als Statistinnen angesehen werden. Dafür haben die Männer im Allgemeinen wenig Anteil am Familienleben, da sie durch die viele Arbeit selten daheim sind. Solange die Kinder klein sind, kümmern sich die Frauen fast ausschließlich um die Familie. Durch die lange Abwesenheit ihrer Männer können sie recht frei über ihre Zeit verfügen. Sie verschaffen sich einen Freundeskreis und gehen, sofern der Terminplan der Kinder es zuläßt, vielfältigen Interessen nach. Auch finanziell können Frauen sehr unabhängig schalten und walten, da sie das Familienbudget verwalten. Der Mann erhält in der Regel ein Taschengeld, während seine Frau als Finanzministerin für Ausgaben und Rücklagen verantwortlich ist.

Wohnen und leben

Die Architektur des Wohnungsbaus hat sich in Japan gewaltig verändert. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Häuser westlichen Stils die Ausnahme. In den traditionellen Holzbauten waren die Räume mit tatami ausgelegt, tatami sind etwa 5 cm dicke, mit Binsengeflecht überzogene Matten aus gepreßtem Stroh. Abends rollte man das Bettzeug aus und schlief auf den tatami, auf denen man tagsüber saß. In einem Häuschen im Garten befand sich das Bad, es wurde nach Feierabend angeheizt. Nacheinander stiegen nun alle Familienmitglieder in den mit dampfendheißen Wasser gefüllten Holzzuber. Bevor man in Japan in den Holzzuber bzw. die Badewanne steigt, wäscht man sich zuvor gründlich mit Seife von oben bis unten ab. Ungewaschen in das Badewasser zu steigen empfinden die Japaner als unhygienisch. Das - manchmal 45°C heiße - Badewasser ist stets frei von Duft- oder Reinigungsstoffen, es soll nur der Entspannung dienen. In den Städten besaß nicht jedes Haus und jede Wohnung ein.
Bad. Dort begab man sich in die Gemeinschaftsbäder, wo man sich mit Nachbarn bzw. Nachbarinnen im heißen Wasser entspannte und dabei Neuigkeiten austauschte. Moderne Wohnungen sind nicht mehr mit den traditionellen tatami, sondern mit Teppichboden ausgelegt. Wie der Boden sind auch die Möbel westlicher Machart. Während frühere Generationen von klein auf lernen mußten, stundenlang auf untergeschlagenen Beinen zu sitzen, haben heute Stühle die tatami als Sitzgelegenheit abgelöst. Da alle modernen Wohnungen über ein Bad verfügen, erübrigt sich der tägliche Besuch des Gemeinschaftsbads. Daher trifft man seine Nachbarn seltener, die dadurch verminderte Kommunikation läßt die Gesellschaft anonymer werden. Bevor man ein japanisches Haus betritt, zieht man die Schuhe aus und geht nur in Strümpfen oder in Pantoffeln ins Hausinnere. Auch bei den Toiletten haben sich die Japaner am westlichen Stil orientiert. Die traditionellen Toiletten waren im Boden eingelassene Hockklos (Anmerkung Hinagiku: Da sind Oberschenkelkrämpfe doch vorprogrammiert! *hi hi*). Moderne Toiletten weisen eine Reihe uns weitgehend unbekannter Raffinessen auf: Bei den meisten Toiletten läßt sich durch einen Hebel die benötigte Wassermenge zum Spülen einstellen. Da viele Toilettenräume ungeheizt sind, gibt es elektrisch beheizte, laut Hersteller "körperfreundliche" Klobrillen. Öffentliche Toiletten besitzen einen Knopf, der auf Druck die Akustik der Wasserspülung simuliert - eine Vorrichtung für Benutzer, die ihre unangenehmen Töne "überspülen" möchten. Ein Display warnt Mann bzw. Frau, wenn der Sound versiegt. Duftspender werden reichlich eingesetzt.